SZENE
Salzburg

Das Jubiläum

50 Jahre SZENE Salzburg

Ein Stück Salzburger, österreichischer und europäischer Kulturgeschichte

Die SZENE wurde in den späten 60er Jahren als Plattform für neue Kunstformen und damit als Gegenpol zur damals alleinigen Festspielkultur gegründet. Sie hat in den 70er Jahren entscheidend zur Etablier­ung eines innovativen Kulturklimas in Salzburg beigetragen und zahlreiche kreative Künstler_innen beflügelt. Sie hat arrivierten Kunstschaffenden aller Sparten in ungewohnter Umgebung Neues probieren lassen und ein interessiertes Publikum für das Zeitgenössische aufgebaut.

Die SZENE ist in den 80er Jahren aus der Rolle des Fringe Festivals in die eines internationalen produ-zierenden Festivals mit genreübergreifendem Programm gewachsen und erlangte damit Vorbildstatus in Österreich. In den 90er Jahren baute die SZENE ihre euro-päische Position durch die Gründung wichtiger Netzwerke aus, die wiederum zu neuen Kooperationen führten und ihre Rolle als inter­nationaler Koproduzent weiter stärkte.

Die Jahre seit 2000 sind zum einen von einer Stabilisierung dieser Positionen geprägt, zum anderen von veränderten inhaltlichen Schwerpunktsetzungen begleitet: Dazu zählen die intensive inhaltliche Zusammenarbeit mit Kreativen aus dem lokalen Umfeld, die Etablierung des Performing New Europe Festivals, dessen Fokus auf einer viel versprechenden Nachwuchsgeneration liegt, ebenso wie die vermehrte Bespielung des öffentlichen Raums sowie zahlreiche Aktivitäten, die sich explizit an ein junges Publikum richten.

Die SZENE hat seit ihrer Gründung wichtige Orte für die Produktion und Präsen-tation von zeitgenössischer Kunst gewonnen. Sie hat den Petersbrunnhof, das SZENE/republic/Stadtkino Haus und die Pernerinsel für die Kunst erobert und gerettet. Darüberhinaus hat sie neue Kooperationsmodelle mit Wirtschaftspartnern wie EMCO, Porsche oder Trumer entwickelt.
 
Die SZENE hat die Stadt Salzburg in vielen Genres bereichert, wichtige Künstler_innen des zeitgenössischen Tanzes wie Anne Teresa de Keersmaeker, Wim Vandekeybus, William Forsythe, Merce Cunningham, Jérôme Bel vorgestellt, viele davon erstmals in Österreich eingeführt, im Theater mit Jan Lauwers, Jan Fabre, Peter Sellars, Robert Wilson, Hans Jürgen Syberberg oder Reza Abdoh Maßstäbe gesetzt und im Musikbereich Patti Smith, Lou Reed, Bob Dylan, Neil Young oder P.J. Harvey nach Salzburg geholt. Österreichische Idole wie Friedrich Gulda, Helmut Qualtinger, Nikolaus Harnoncourt oder Oskar Werner spielten bei der SZENE. Die Konzerte, Tanzstücke und Theateraufführungen am Domplatz sorgten bei Publikum und Presse ebenso für große Aufmerksamkeit wie Projekte an ungewöhnlichen Aufführungsorten wie etwa dem Kapuzinerberg, der Festung Hohen­salzburg oder der Kollegienkirche.
Das 50 Jahre Jubiläum soll nicht nur ein Erinnerungsprojekt zur SZENE werden, sondern auch die Gesellschafts- und Kulturgeschichte Salzburgs der letzten 50 Jahre beleuchten und das öster­reich­ische und europäische Umfeld, in der diese Kultur- und Präsentationsformen entstehen und wachsen konnten, einbeziehen. Das Beispiel SZENE soll anregen, sich einzumischen, zu hinter­fragen und in schwierigen Zeiten zu experimenteller Kulturarbeit und künstlerischer Betätigung ermutigen.

Programm 50 Jahre SZENE Salzburg

• Speicher der Erinnerung, ein Depot im Netz
Mehrere Generationen von Besucher_innen und Beobachter_innen des Salzburger Kulturbetriebs haben die SZENE in den vergangenen 50 Jahren begleitet. Die SZENE lädt diese Menschen ein, Erinnerungen, Fotos, Dokumente, Töne etc. aber auch Anregungen und Wünsche auf die Website zu stellen. Darüberhinaus wird die SZENE Besonderheiten aus ihrem umfangreichen Archiv hochladen. Der Speicher ist interaktiv und ermöglicht, sich mit SZENE Verantwortlichen und Künstler_innen auszutauschen.
 
 
• 50 Jahre SZENE Salzburg - das Buch
Mit Unterstützung des Landes-Medienzentrums entsteht ein Buch, das um den Werdegang der SZENE die kulturellen und gesellschaftlichen Verhältnisse in Salzburg und Europa, in denen diese Kulturarbeit stattfinden konnte, aus unterschiedlichen Aspekten beleuchtet.
 
 
• Akademisches Kaffeehaus – Zukunftswerkstatt
Angeregt durch Leopold Kohrs "Akademisches Wirtshaus", ein Format, das in der Frühzeit  der SZENE eine Rolle spielte, findet im Herbst in Form eines "Akademischen Kaffeehauses" ein Laboratorium statt, dass der Frage auf den Grund geht, was man aus der 50-jährigen Kulturarbeit an Schlüssen für eine gegenwärtige und zukünftige Position der SZENE ziehen kann. Diese Veranstaltung wird Kultur-schaffende, Künstler_innen und Publikum zu Wort kommen lassen.


• Ein Fest für die Kunst, 8. und 10. Oktober 2019
Di, 8. Oktober, SZENE Salzburg
Jérôme Bel - The Show Must Go On
Eine der Ikonen der Tanz- und Performancegeschichte und des SZENE Programms (SommerSZENE 2001) hat nichts von seiner konzeptuellen Schärfe und theatralen Kraft verloren. JérômeBel und die SZENE stellen das Stück neu unter Einbeziehung lokaler Kräfte auf die Bühne.

Do, 10. Oktober, SZENE Salzburg
Die SZENE feiert mit ihrem Publikum und den hunderten Menschen, die in den 50 Jahren mitgearbeitet und mitgewirkt und damit die Kontinuität dieser Kulturinstitution ermöglicht haben. Ein Fest für die Kunst, eine Party, mit einer Videoinstallation von Tom Halwa, die Höhepunkte dieser 50 Jahre noch einmal in Erinnerung ruft.


• Archivübergabe der SZENE Salzburg an das Derra de Moroda Dance Archives, Abteilung Musik- und Tanzwissenschaft der Paris Lodron Universität Salzburg
Im Laufe der letzten 50 Jahre hat die SZENE ein umfangreiche Sammlung aus Fotos, Videos, Programmhefte, Presserezensionen angelegt. Dieses Archiv wird in seiner Gesamtheit dem europaweit renommierten Derra de Moroda Dance Archives übergeben.
 
 
• Special - Wim Vandekeybus bei ImPulsTanz
Das ImPulsTanzfestival Wien widmet einen Programmpunkt mit Wim Vandekeybus dem 50 Jahre Jubiläum der SZENE. Der Künstler war für beide Festivals ein wichtiger Identitätsstifter. Dabei wird auf die langjährige Zusammenarbeit von ImPulsTanz und SZENE und die führende Rolle, die die Sommerszene bei der Vorstellung von zeitgenössischem Tanz und Performance in Österreich innehatte, hingewiesen.